Wieviel Risiko vertragen Sie bei der Geldanlage?

Bei jeder Geldanlage spielt das Risiko eine Rolle. Da kann Ihnen Ihr Finanzberater sagen was er möchte: es gibt immer (!) ein Risiko, das Sie mit berücksichtigen müssen. Bei der einen Anlage mehr und bei der anderen weniger, aber es gibt keine Anlage ohne Risiko. Selbst mit Ihrem Sparbuch ist ein Risiko verbunden. In der Finanzwirtschaft bezeichnet man diese Anlage zwar als risikolos, aber ein geringes Risiko besteht immer. Denn Sie haben es nicht in der Hand wenn die Finanzwelt vor dem Abgrund stehen sollte. 2008/2009 war das beinahe der Fall und Banken in anderen Staaten waren schnell vor dem Konkurs und das sicher angelegte Geld war weg. Das heißt nicht, dass dies auch bei uns passieren wird, aber es heißt, dass keine Anlage wirklich sicher ist. Wenn Sie Ihr Geld auf Ihr Sparbuch legen ist es natürlich sehr, sehr sicher und Sie werden zu 99,999 % die versprochene Verzinsung erhalten. Deswegen spricht man hierbei auch von einer risikolosen Anlage. Klären wir aber zunächst einmal die Frage was Risiko überhaupt ist.

Was ist Risiko?

Wenn Sie auf die Straße gehen und Menschen fragen was für sie Risiko ist, bekommen Sie viele verschiedene Antworten. Nur wenige werden das Risiko einer Geldanlage richtig definieren. Gemeinhin versteht man darunter wie stark die Verzinsung vom Mittelwert abweicht. Das heißt, dass eine Geldanlage, die in den letzten Jahren immer 5 % gebracht hat nur ein sehr geringes bzw. gar kein Risiko hat. Hat eine Geldanlage jedoch vor 2 Jahren 1 %, vor einem Jahr 9 % und dieses Jahr 5 % Rendite gebracht, dann liegt der Mittelwert auch bei 5 % aber die tatsächlichen Renditen schwanken sehr stark um diesen Mittelwert. Die 1 % und 9 % Rendite sind klare Ausreißer sowohl nach unten als auch nach oben. Deswegen ist mit dieser Anlage ein Risiko verbunden. Denn das was Sie erwarten -nämlich 5 % Rendite- wird alles andere als sicher eingehalten. Mal sind es 9 und mal sind es nur 1 %.

Ohne Risiko von zu Hause aus Aktien handeln – mit geschenkten 25 Euro als Startguthaben (keine Einzahlung notwendig)

Viele fragen sich bestimmt wie das Risiko eines Totalausfalls einzubeziehen ist. Viele haben die Befürchtung einen Aktienfonds zu kaufen, der von heute auf morgen rein gar nichts mehr wert ist. Solche Fälle sind bei guten Aktienfonds mehr oder weniger auszuschließen. Wenn Sie in einzelne Aktien investieren, nimmt diese Gefahr schon eher Gestalt an. Beispiele hierfür gibt es genug und wenn Sie um die Jahrtausendwende viele Einzeltitel vor allem aus dem New Economy Sektor besessen haben, wissen Sie genau was alles passieren kann. Selbst Aktien großer Unternehmen sind nicht dafür gefeilt. Siehe Lehman Brothers oder Hypo Real Estate. Im Falle eines Totalausfalls beträgt die Rendite natürlich – 100 %. Genau wie im oben genannten Zahlenbeispiel muss dies mit einkalkuliert werden. Wenn Sie also in eine Aktie investieren, die zwischen – 99 % und 500 % schwankt, können Sie sicher sein, dass Sie ein sehr riskantes Papier haben und besser gleich in ein Casino gehen.

Die zwei Dimensionen: Risikolos und Risikobehaftet

Wir haben in diesem Artikel bereits zwei Einschätzungen von Risiko angesprochen. Bei einer risikolosen Anlage schwankt die tatsächlich erzielte Rendite nicht um ihren Mittelwert. Wenn Sie heute 1000 Euro auf die Bank bringen und 2 % Zinsen bekommen, können Sie sicher sein in einem Jahr 1020 Euro zu haben. Das bezeichnet man als risikolose Anlage. Natürlich reden wir hier von normalen Bankkonto wie das Girokonto, Tagesgeldkonto, Sparbuch etc. Wenn Ihnen der Bankmitarbeiter eine “risikolose Anlage” verspricht, die wesentlich mehr Rendite bringt, dann ist diese nicht mehr risikolos und er möchte Ihnen einfach nur ein Finanzprodukt schmackhaft machen!

Eine solche Anlage ist dann risikobehaftet. Das sind also immer Anlagen, die mit ihrer Rendite schwanken. Aktien sind klar risikobehaftet, Fonds ebenfalls, ETFs, die direkt einen Index wie den DAX nachbilden ebenfalls. Grundsätzlich sind alle Geldanlagen, die eine höhere Verzinsung versprechen als Sie bei Ihrer Hausbank bekommen risikobehaftet! Aber wie bereits angesprochen: das Risiko variiert je nach Geldanlage.

Die zwei Dimensionen haben wir also ausführlich besprochen. Jetzt geht es um die Frage wie Sie Ihr Geld aufteilen sollen. Wenn Sie all Ihr Geld in eine risikolose Anlage investieren, erhalten Sie nur die minimale Verzinsung. Investieren Sie dagegen nur in Risiko behaftete Anlagen, dann gehen Sie ein deutlich höheres Risiko ein, können aber auch eine bessere Verzinsung erwarten. Das führt uns zu der Frage:

Wieviel Prozent des Vermögens sollte risikolos und wieviel risikobehaftet angelegt werden?

Es gibt eine alte Praktiker-Regel, die besagt: 100 – Lebensalter in Jahren ist der Aktienanteil in Prozent. Das hört sich erstmal kompliziert an, ist es aber nicht. Diese Regel sagt ganz einfach je älter Sie sind, desto weniger Risiko sollten Sie eingehen und desto weniger Aktien und mehr risikolose Anlagen sollten Sie besitzen. Wenn Sie 80 Jahre alt sind, sollten Sie also 20 % in Aktien anlegen. Wenn Sie 20 Jahre alt sind 80 %.

Diese Regel hat schon seine Berechtigung wobei sie natürlich keine allgemeine Gültigkeit hat. Wenn Sie mit 60 Jahren risikofreudig sind und in Ihren alten Tagen noch einen drauf machen möchten, sollten Sie soviel wie möglich in Aktien investieren und nicht nur 40 %.

Es ist also alles andere als einfach zu bestimmen wieviel Risiko Sie eingehen möchten. Die oben genannte Praktikerregel ist allerdings eine gute Faustregeln und Sie machen wenig falsch wenn Sie sich daran halten. Trotzdem gibt es verschiedene Anlagemuster von verschiedenen Menschen, die mit der genannten Regel wenig zu tun haben. Dies werden wir uns im Folgenden kurz ansehen.

Das minimale Risiko

Wenn Sie zu den Menschen gehören, die jedes Risiko so gut es geht vermeiden möchten, haben Sie leider nur wenig Chancen Geld besser anzulegen als bei der Hausbank. Denn wenn Sie kein bisschen Risiko eingehen möchten, müssen Sie zur Bank gehen. Theoretisch dürften sie auch nichtmal Gold kaufen obwohl das seit Jahrzehnten als “sichere” Anlage gilt.

Wir sehen uns also nun den Fall an in dem Sie auch in Fonds und andere risikobehaftete Papiere investieren können ohne zuviel Risiko einzugehen und dieses auf ein Minimum zu reduzieren. Zunächst einmal meine Ratschläge und diese werden im weiteren Verlauf noch geklärt:

  • Investieren Sie nur so viel in Fonds wie Sie verschmerzen können!
  • Investieren Sie nicht nur in einen Fonds, nehmen Sie nur die Mindesteinlage und teilen das Geld auf verschiedene Fonds auf!
  • Investieren Sie in Fonds, die in verschiedenen Märkten und Branchen tätig sind!
  • Investieren Sie nicht nur in Fonds, sondern auch in ETFs, Rohstoffe und ähnliche Anlagen!

Der erste Punkt erscheint logisch. Allerdings muss man das “verschmerzen können” definieren. Hier geht es vor allem darum, dass Sie den Verlust anderweitig decken können. Wenn Sie 3000 Euro im Monat verdienen und monatlich 1000 Euro auf die Seite legen können, sollten Sie auch einen Ausfall von 1000 Euro/Monat verkraften können – im schlimmsten Fall! Sie denken jetzt vielleicht, dass das zu riskant ist die Ersparnisse eines Monats in risikobehaftete Anlagen zu investieren, aber ich sage, dass Sie einen einmaligen Ausfall verkraften können und keine Probleme haben werden wenn Sie sich an die weiteren genannten Ratschläge halten.

Diese Ratschläge besagen zum Beispiel auch, dass Sie nicht nur in einen Fonds investieren sollten. Zwar ist ein Fonds bereits das Ergebnis von vielen Aktienpaketen und wird damit nicht von heute auf morgen ausfallen. Aber es kann immer Probleme geben wie ein schlechtes Fondsmanagement oder dass der eine Fonds stark abhängig von einem Markt oder einer Branche ist. Angenommen Sie hätten im März 2011 einen Fonds gehabt, der zu 50 % in Energieversorger, die auf Atomkraft setzen und 50 % in japanische Autobauer investiert, dann hätten Sie große Verluste einstecken müssen. Haben Sie aber gleichzeitig einen Fonds, der zu 50 % in Windkraft und zu 50 % in Solarenergie-Aktien investiert, dann hätten sich beide wahrscheinlich neutralisiert. Selbst wenn Ihnen ein Anlageberater sagt, dass ein Fonds sicher ist, weil er in verschiedene Branchen und Unternehmen investiert, sollten Sie meinen Ratschlag beherzigen und auf mehrere Fonds setzen.

Damit sind wir auch schon beim dritten Ratschlag. Es bringt Ihnen nichts wenn Sie verschiedene Fonds haben, die alle auf gleiche Unternehmen oder Märkte setzen. Wenn es Probleme in einem Markt oder einer Branche gibt, sind alle diese Fonds betroffen, auch die mit dem besten Management. Wählen Sie also Fonds, die auf verschiedenen Märkten und verschiedenen Branchen tätig sind. Hier ein gutes Beispiel für eine solche Streuung:

  • Fonds A, der in große deutsche Unternehmen wie Siemens, Eon, BMW, VW etc. investiert
  • Fonds B, der in die Förderung von Rohstoffen investiert
  • Fonds C, der in chinesische Versorger investiert
  • Fonds D, der auf große Unternehmen in den “BRIC” Staaten setzt

Der letzte Ratschlag nicht nur in Fonds zu investieren liegt auf der Hand. Fonds streuen das Risiko zwar relativ gut, aber zumindest Aktienfonds investieren eben nur in Aktien. Es gibt jedoch noch jede Menge andere Fonds, die eben nicht nur in Aktien investieren. Eine sehr beliebte Form von Fonds sind ETFs (Exchange Traded Funds), diese investieren direkt in einen Index wie den DAX und versuchen nicht besser abzuschneiden wie dieser (was Aktienfonds versuchen), sondern nur diesen nachzubilden. Dabei handelt es sich um eine passive Anlageform. ETFs haben viele Vorteile und sind sehr günstig bei der Anschaffung, aber auch sie haben große Probleme wenn ein Index einbricht. Es gibt viele stark gewichtete Aktien im DAX und wenn diese Aktien einbrechen, geht es dem ETF auch nicht anders. ETFs sind also grundsätzlich riskant und stark von einem einzigen Markt und teilweise auch von nur wenigen Branchen abhängig.

Mit Fonds können Sie aber nicht nur in Aktien oder einen Index investieren sondern auch in Rohstoffe wie Gold oder Silber. Die Frage, die man sich immer wieder stellt ist: wieviel davon sollte man in Gold oder Silber investieren? Auch hier gibt es keine pauschale Antwort, aber ich versuche einmal eine Antwort zu geben, die Ihnen zumindest einen Richtwert gibt.

Angenommen Sie haben 10.000 Euro, die Sie in risikobehaftete Anlagen investieren möchten. Sie können dabei bereits 50 % in Aktienfonds investieren. Diese Fonds sollten breit gestreut sein nach den oben genannten Kriterien. Kaufen Sie Fonds, die in verschiedenen Märkten und Branchen investieren.

30 % können Sie passiv in ETFs investieren und sollten dabei ebenfalls nicht nur auf einen Markt setzen. Diese 30 % in einen ETF des DAX zu investieren wäre sehr riskant. Kaufen Sie also verschiedene ETFs, die verschiedene Märkte abbilden.

Und zu guterletzt können Sie die restlichen 20 % in Rohstoffe wie Gold oder Silber investieren. Das können Sie physisch machen indem Sie sich Goldbarren kaufen oder entsprechende Zertifikate, die den Wert dieser Metalle abbilden. Auch können Sie Öl oder ähnliche Zertifikate kaufen. Es muss nicht immer Gold sein wenngleich Gold natürlich am beliebtesten ist.

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Variation des Risikos

Mit der eben genannten Anlagestrategie investieren Sie Geld, das Sie verschmerzen können – rein theoretisch. Es wird allerdings nicht passieren, dass Sie von heute auf morgen einen Totalausfall erleben. Da müsste schon die ganze Welt zusammenfallen. Mit den 50 % in Aktienfonds, die Sie sehr gut über den gesamten Globus verteilen sind Sie bereits gut diversifiziert. Die 30 % in ETFs sind etwas riskanter, aber sie bieten langfristig einfach eine gute Perspektive was ETFs schon sehr beliebt gemacht hat. Die 20 % in Rohstoffe ist als Absicherung zu verstehen. Bei hoher Inflation wird Ihr Gold mehr wert und bei diversen Krisen, die die Aktienkurse drücken steigt der Ölpreis wie eben auch wieder in der Libyen Krise zu sehen.

Wenn Sie jetzt ein höheres Risiko gehen möchten, können Sie die einzelnen Papiere so wählen, dass sie riskanter sind. Streuen Sie riskante Aktienfonds bei, die stark auf eine bestimmte Branche oder Technologie setzen (wie etwa Solarenergie). Bei Aktienfonds finden Sie alles: von sehr sicher mit geringer Rendite bis sehr unsicher mit relativ hoher Rendite. Aktienfonds in Entwicklungsländer sind typische Beispiele hierfür. Wenn Sie einen Fonds kaufen, der in die Unternehmen investiert, die für die Ölförderung in Libyen zuständig sind, haben Sie ein großes Problem wenn es zu einer Krise wie der jetzigen kommt. Dafür aber auch eine hohe Rendite wegen des hohen Risikos!

Sie können Ihrem Portfolio auch einzelne Aktien beistreuen, die Sie für zukunftsträchtig halten. Das ist immer eine riskante Angelegenheit, kann aber sehr lukrativ sein. Es kommt einfach immer darauf an wieviel Risiko Sie bereit sind einzugehen. Das müssen Sie im Vorfeld wissen und entsprechend einschätzen können um Ihre Strategie darauf auszurichten.

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