Die Random Walk Hypothese

Die Random Walk Hypothese hält sich schon seit langer Zeit und bisher ist es noch nicht so richtig gelungen sie zu widerlegen. Das heißt jedoch auch nicht, dass sie wahr ist. Denn das kann bei genauer Überlegung eigentlich nicht der Fall sein. Schauen wir uns jedoch zunächst einmal an was die Random Walk Hypothese überhaupt besagt.

Grundannahme der Hypothese ist ein effizienter Kapitalmarkt bei dem die Kurse stets den inneren Werten des Wertpapiers entsprechen. Der Kursverlauf der Aktie hängt nun von zukünftigen und in der Gegenwart unbekannten Informationen ab. Das heißt, dass eine wichtige Information (Makroökonimische Daten, neuer Vorstandsvorsitzender, Öl Katastrophe wie bei BP, etc.) den Kurs entsprechend beeinflusst. Diese Informationen dürfen nicht bekannt sein. Wenn Sie über zukünftige Informationen verfügen, z.B. Insiderinformationen dass Herr X demnächst CEO der Gesellschaft Y wird, dann ist dies bereits keine für die Zukunft relevante Information.

Aus dieser Annahme entwickelt sich ein Zufallspfad, der Random Walk. Statistisch kann der Random Walk dann so ausgedrückt werden, dass der zukünftige Kurs die Summe aus dem momenanten Kurs mit einer Normalverteilten Zufallsvariable darstellt. Der Erwartungswert dieser Zufallsvariable muss Null sein. Diese einfache Formel muss man eigentlich noch etwas verfeinern und zumindest eine Verzinsung des eingesetzten Kapitals mit einberechnen. Dies würde einen langfristigen Aufwärtstrend des Kurses darstellen, der vor allem auf Inflation und technischen Fortschritt zurück zu führen ist.

Was spricht nun gegen die Random Walk Hypothese? Das Ergebnis der Random Walk Hypothese ist unter anderem, dass sich eine technische Analyse für den Anleger nicht lohnen kann. Immerhin entwickelt sich der Kurs zufällig und mit einem Erwartungswert von 0. Jedoch ist eine Folgerung daraus, wenn niemand eine technische Analyse betreibt die, dass die Aktienwerte nicht immer ihrem inneren Wert entsprechen können. Und hier liegt ein wichtiger Problempunkt: Technische Analyse ist laut Random Walk Hypothese nicht sinnvoll, aber sie ist notwendig um die inneren Werte abzubilden, was ja Voraussetzung für die Random Walk Hypothese ist.

Zudem schwanken die Kurse bei neuen Informationen mehr als dies den inneren Wert verändern würde (excess volatility). Ein gutes Beispiel hierfür ist die Öl-Katastrophe, die BP zu verantworten hat. Zwar war diese ohne Zweifel dramatisch, aber der Wertverfall des Unternehmens rechtfertigt nicht den Kursverfall. Die Anleger haben sehr sensibel auf diese Information reagiert und die Volatilität stark erhöht.

Nach der Theorie die Praxis: Jetzt bequem CFDs auf Aktien handeln – mit kostenlosem Demokonto bei Bedarf

 

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *