ING: Depot im Test
Deutschlands größte Direktbank: Depot ohne Grundgebühr, alle Börsenplätze und Banking aus einer Hand — dafür klassische Orderpreise.
Zuletzt aktualisiert: 15. Juli 2026
| Orderkosten | 4,90 € + 0,25 % (max. 69,90 €) |
|---|---|
| Depotführung | 0 € |
| Sparpläne | ETF-Sparpläne kostenlos (Auswahl) |
| Handelsplätze | Alle dt. Börsen, Direkthandel |
| Besonderheit | Vollbank mit Girokonto-Kombination |
Die ING ist mit Millionen Kunden Deutschlands größte Direktbank — und ihr Depot der Klassiker für alle, die Wertpapiere und Banking unter einem Dach bündeln wollen. Kostenlose Depotführung trifft hier auf den kompletten Leistungsumfang einer Vollbank: alle deutschen Börsenplätze, Direkthandel, Auslandsorders und die nahtlose Verzahnung mit Giro-, Tagesgeld- und Festgeldkonto.
Der Preis dafür ist ein klassisches Ordermodell: Mit typischerweise 4,90 € Grundgebühr plus 0,25 % vom Ordervolumen liegt jede Order deutlich über Neobroker-Niveau. Die ING positioniert sich damit bewusst nicht als Trading-Plattform, sondern als solides Depot für den langfristigen Vermögensaufbau.
Für Einsteiger, die den kompletten Ablauf einmal durchgehen wollen, empfiehlt sich vorab unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Aktienkauf.
Kosten im Detail
Die Depotführung ist bedingungslos kostenlos. Eine Order kostet typischerweise 4,90 € plus 0,25 % vom Kurswert, gedeckelt bei 69,90 €; dazu kommen je nach Börsenplatz Handelsplatzentgelte. Eine 1.000-€-Order schlägt damit mit gut 7 € zu Buche, eine 10.000-€-Order mit knapp 30 € — beim Neobroker wäre beides für rund 1 € zu haben.
Deutlich attraktiver ist die Sparplan-Seite: ETF-Sparpläne laufen typischerweise ohne Ausführungsgebühr, Aktien-Sparpläne kosten einen prozentualen Anteil der Rate (Stand der Redaktion). Wer regelmäßig spart und nur selten Einzelorders platziert, relativiert die hohen Orderkosten damit erheblich.
Eine Beispielrechnung zeigt die Spreizung: Wer viermal im Jahr je 2.000 € investiert, zahlt bei der ING typischerweise rund 40 € Ordergebühren im Jahr — beim Neobroker wären es etwa 4 €. Wer dieselben 8.000 € dagegen über gebührenfreie ETF-Sparpläne investiert, zahlt bei der ING praktisch nichts. Das Preismodell bestraft Einzelorders, nicht das Sparen.
Zeitweise bietet die ING zudem Aktionen mit reduzierten Ordergebühren oder ausgewählten ETFs ohne Kaufkosten ab bestimmten Anlagebeträgen (Stand der Redaktion). Das Verrechnungskonto wird je nach Zinsumfeld verzinst; für größere Cash-Bestände ist die hauseigene Tagesgeld-Anbindung über das Extra-Konto ein praktischer Nebeneffekt.
Handelsplätze & Produktangebot
Hier spielt die ING ihre Stärke aus: Alle deutschen Börsen inklusive Xetra, dazu außerbörslicher Direkthandel mit vielen Partnern und der Handel an ausgewählten Auslandsbörsen. Die Produktpalette reicht von Aktien über ETFs, Fonds und Anleihen bis zu Zertifikaten und Optionsscheinen.
Auch Wertpapierkredite und ein großes Fondsangebot ohne Ausgabeaufschlag (Aktionsangebote) gehören zum Sortiment. Wer die Wahl zwischen Handelsplätzen ernst nimmt — etwa um bei Nebenwerten den liquidesten Platz zu wählen —, bekommt hier die volle Flexibilität, die Neobrokern fehlt.
Beim US-Handel fallen erhöhte Gebühren an, sodass für reine US-Strategien spezialisierte Anbieter günstiger sein können. Für den Kern — deutsche und europäische Standardwerte plus ETFs — ist die Auswahl dagegen vollständig: Neuemissionen, Anleihen in üblicher Stückelung und ein breites Fondsgeschäft inklusive.
Sparpläne laufen auf ETFs, Aktien, Fonds und Zertifikate, typischerweise ab 1 € Sparrate mit flexiblen Intervallen. Damit deckt die ING auch den Bruchstückkauf teurer Einzelaktien ab — ein Feature, das lange den Neobrokern vorbehalten war (Stand der Redaktion).
App & Plattform im Alltag
Web-Banking und die App „Banking to go" gelten als die aufgeräumtesten unter den deutschen Banken. Wertpapierhandel, Sparplanverwaltung und Konten laufen in einer Anwendung zusammen; die Ordermaske ist verständlich und unterstützt alle gängigen Ordertypen inklusive Stop-Loss und Limit-Zusätzen.
Profi-Trader vermissen allerdings Tiefe: Es gibt keine Profi-Handelsoberfläche, keine erweiterten Charting-Tools und keine Realtime-Kurse im Standardumfang. Dafür punktet die ING mit telefonischem Kundenservice, der im Vergleich zu Neobrokern deutlich besser erreichbar ist — ein unterschätzter Faktor bei Problemen mit Orders oder Überträgen.
Die Depoteröffnung läuft digital per Video-Ident; Bestandskunden mit Girokonto haben das Depot besonders schnell freigeschaltet. Depotüberträge zur ING sind kostenlos und werden online beauftragt. Dazu kommt ein umfangreicher Wissensbereich mit Erklärartikeln, Webinaren und Marktkommentaren, der gerade Einsteigern den Start erleichtert.
Realtime-Kurse gibt es in der Ordermaske jeweils aktuell auf Abruf; dauerhafte Realtime-Streams und professionelle Chartpakete fehlen dagegen. Wer solche Werkzeuge braucht, kombiniert das ING-Depot in der Praxis mit externen Analyse-Tools oder einem Zweitdepot bei einem spezialisierten Anbieter wie comdirect.
Ein- & Auszahlung
Als Vollbank braucht die ING keine Umwege: Das Verrechnungskonto (Extra-Konto oder Girokonto) wird per Überweisung bestückt, Gutschriften aus Verkäufen stehen sofort für Neuanlagen oder Überweisungen bereit. Wer sein Girokonto bei der ING führt, erlebt den reibungslosesten Geldfluss im ganzen Vergleich.
PayPal oder Kreditkarten-Einzahlungen sind — wie bei allen deutschen Banken — nicht vorgesehen; die Alternativen dazu beleuchtet unser Artikel zum Aktienkauf mit PayPal.
Sicherheit & Einlagenschutz
Die ING-DiBa AG ist eine deutsche Vollbank unter BaFin-Aufsicht und Teil der niederländischen ING Groep. Wertpapiere im Depot sind Sondervermögen und vom Vermögen der Bank getrennt; Einlagen sind über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € pro Kunde geschützt, ergänzt durch den Einlagensicherungsfonds.
Die Abgeltungssteuer wird automatisch einbehalten und abgeführt, Freistellungsaufträge lassen sich bequem online verwalten — Details erklärt unser Beitrag Aktien und Steuern.
Für wen geeignet? Unser Fazit
Die ING ist das richtige Depot für Anleger, die Wert auf eine etablierte Vollbank, alle Börsenplätze und erreichbaren Service legen — und dafür höhere Orderkosten akzeptieren. Besonders stark ist die Kombination aus kostenlosem Depot, gebührenfreien ETF-Sparplänen und Girokonto aus einer Hand.
Wer dagegen häufig handelt oder kleine Orders platziert, zahlt spürbar drauf und ist bei Trade Republic oder Scalable Capital besser aufgehoben. Die ING ist ein Depot fürs Anlegen — nicht fürs Traden.
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Häufige Fragen zu ING
Was kostet eine Order bei der ING?
Eine Order kostet typischerweise 4,90 € Grundgebühr plus 0,25 % vom Ordervolumen, maximal 69,90 € — dazu kommen je nach Börsenplatz Handelsplatzentgelte (Stand der Redaktion). Konkret: Eine Order über 1.000 € kostet damit rund 7,40 €, eine über 5.000 € etwa 17,40 €. Der außerbörsliche Direkthandel ist meist ohne zusätzliches Handelsplatzentgelt möglich. Die Depotführung selbst ist dauerhaft kostenlos, und viele ETF-Sparpläne werden ohne Ausführungsgebühr bespart.
Ist das ING Depot kostenlos?
Ja, die Depotführung ist bei der ING bedingungslos kostenlos — anders als bei manchen Konkurrenten sind daran keine Mindestaktivität und kein Girokonto geknüpft. Kosten entstehen erst beim Handeln: Einzelorders folgen dem klassischen Preismodell aus Grundgebühr plus Volumenanteil. ETF-Sparpläne laufen typischerweise ohne Ausführungsgebühr, Aktien-Sparpläne kosten einen kleinen prozentualen Anteil der Sparrate (Stand der Redaktion). Für reine Buy-and-Hold-Anleger mit Sparplänen ist das Depot damit nahezu kostenfrei nutzbar.
Ist die ING sicher?
Ja. Die ING-DiBa AG ist eine deutsche Vollbank unter Aufsicht von BaFin und EZB und gehört zur niederländischen ING Groep, einer der größten Banken Europas. Wertpapiere im Depot sind Sondervermögen und bleiben auch bei einer Bankinsolvenz Eigentum des Kunden. Guthaben auf Verrechnungs-, Giro- und Tagesgeldkonten ist über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € pro Kunde geschützt und zusätzlich über den Einlagensicherungsfonds des Bankenverbands abgesichert. Die Abgeltungssteuer wird automatisch abgeführt.
Welche Handelsplätze bietet die ING?
Die ING bietet die volle Auswahl: alle deutschen Börsenplätze inklusive Xetra, Frankfurt, Stuttgart, München, Berlin, Düsseldorf und Hamburg-Hannover sowie Tradegate. Dazu kommt der außerbörsliche Direkthandel mit einer großen Zahl von Emittenten und Market Makern, der meist ohne Handelsplatzentgelt auskommt. Auch Orders an wichtigen Auslandsbörsen wie den US-Märkten sind möglich, dann mit erhöhten Gebühren. Diese Flexibilität ist der zentrale Vorteil gegenüber Neobrokern mit nur einem Handelsplatz.
Für wen lohnt sich das ING Depot?
Das ING-Depot lohnt sich für Anleger, die eine etablierte Vollbank mit erreichbarem Telefonservice, voller Börsenplatz-Auswahl und der Kombination aus Depot, Girokonto und Tagesgeld suchen. Ideal ist es für Sparplan-Anleger, die die gebührenfreien ETF-Sparpläne nutzen und nur gelegentlich Einzelorders platzieren. Wer dagegen mehrmals pro Monat handelt oder überwiegend kleine Beträge investiert, zahlt mit dem klassischen Ordermodell deutlich mehr als bei einem Neobroker und sollte die Kosten vorher realistisch durchrechnen.