Trade Republic: Depot im Test

Der größte deutsche Neobroker: Handel für 1 € Pauschale, kostenlose Sparpläne und Zinsen auf unverzinstes Guthaben — alles per App.

★ 4.6von 5 Punkten
0 €Depotführung
1 € FremdkostenpauschaleOrderkosten

Zuletzt aktualisiert: 15. Juli 2026

Orderkosten1 € Fremdkostenpauschale je Trade
Depotführung0 €
SparpläneAktien & ETFs ab 1 €, kostenlos
HandelsplätzeLS Exchange
BesonderheitZinsen auf Guthaben, Vollbank-Lizenz

Trade Republic hat den deutschen Brokermarkt umgekrempelt wie kein zweiter Anbieter: Statt klassischer Ordergebühren von zehn Euro und mehr genügt hier typischerweise eine Fremdkostenpauschale von 1 € pro Trade — bei kostenloser Depotführung. Aus der schlanken Trading-App ist inzwischen eine Vollbank mit eigener Lizenz geworden, inklusive Zinsen auf das Verrechnungskonto und eigenem Kartenangebot.

Mehrere Millionen Kundinnen und Kunden machen Trade Republic zum größten Neobroker Deutschlands. Das Konzept dahinter ist radikale Vereinfachung: Wer zum ersten Mal Aktien kauft, findet hier den wohl niedrigsten Einstieg. Wer dagegen Profi-Werkzeuge, Börsenplatz-Wahl oder persönlichen Service sucht, stößt schnell an Grenzen — beides gehört zur ehrlichen Einordnung.

Wie der Kaufprozess Schritt für Schritt abläuft, zeigt unsere Anleitung zum Aktienkauf — die Abläufe dort lassen sich eins zu eins auf Trade Republic übertragen.

Kosten im Detail

Die Preisliste passt auf einen Bierdeckel: Depotführung 0 €, je Kauf oder Verkauf fällt typischerweise 1 € Fremdkostenpauschale an — unabhängig vom Ordervolumen. Sparpläne auf Aktien und ETFs laufen komplett gebührenfrei und sind bereits ab 1 € Sparrate möglich. Auch Dividendenzahlungen werden kostenlos verbucht.

Auf unverzinstes Guthaben zahlt Trade Republic Zinsen, die sich typischerweise am EZB-Einlagenzins orientieren (Stand der Redaktion; Höhe und Obergrenzen ändern sich mit dem Zinsumfeld). Kostenpflichtig sind dagegen Randleistungen wie die Eintrittskarte zur Hauptversammlung oder manche Kapitalmaßnahmen — wer solche Services regelmäßig nutzt, sollte vorab einen Blick in das Preis- und Leistungsverzeichnis werfen.

Zur Einordnung eine Beispielrechnung: Zehn Einzelorders im Jahr kosten bei Trade Republic typischerweise 10 € an Gebühren. Bei einer klassischen Filialbank können für dasselbe Handelsverhalten schnell 100 € und mehr zusammenkommen, bei einer Direktbank rund 70 bis 100 €. Über zehn oder zwanzig Anlagejahre summiert sich dieser Unterschied zu einem vierstelligen Betrag — Kosten sind der einzige Renditefaktor, den Anleger sicher kontrollieren können.

Dazu kommt das Drumherum: eine kostenlose Debitkarte mit Saveback-Funktion, bei der ein kleiner Prozentsatz der Kartenumsätze typischerweise in den eigenen Sparplan fließt, sowie die erwähnten Guthabenzinsen (Stand der Redaktion). Wer Randleistungen wie beglaubigte Dokumente oder Hauptversammlungs-Tickets braucht, zahlt dafür — das Preisverzeichnis listet diese Posten transparent auf.

Handelsplätze & Produktangebot

Gehandelt wird ausschließlich außerbörslich über die LS Exchange (Lang & Schwarz), werktags typischerweise von 7:30 bis 23:00 Uhr. Das Angebot ist breit: mehrere tausend Aktien, über 2.500 sparplanfähige ETFs, dazu Derivate, Anleihen in kleinen Stückelungen und Kryptowährungen — alles in einem Depot.

Die Kehrseite: Es gibt keine Börsenplatz-Wahl. Innerhalb der Xetra-Handelszeiten sind die Kurse eng an den Referenzmarkt gebunden, aber morgens, abends und bei marktengen Nebenwerten können die Spreads spürbar weiter sein. Wer häufig Nebenwerte oder außerhalb der Kernzeiten handelt, zahlt diese versteckten Kosten mit — ein Punkt, den die 1-€-Pauschale gern überstrahlt.

App & Plattform im Alltag

Die App ist bewusst reduziert: Suche, Kurschart, Kaufen-Button — mehr braucht der Einsteiger nicht, mehr bekommt er allerdings auch kaum. Eine vollwertige Web-Oberfläche existiert inzwischen ebenfalls. Limit- und Stop-Orders sind vorhanden; was die einzelnen Ordertypen bewirken, sollte man vor dem ersten Trade verstanden haben.

Tiefe Chartanalyse, Aktien-Screener oder Musterdepots fehlen komplett. Der Kundenservice läuft primär über Kontaktformular und Chat — bei Standardfragen in Ordnung, bei komplexeren Anliegen wie Depotüberträgen oder Steuerfragen berichten Nutzer immer wieder von langen Antwortzeiten. Das ist die bekannteste Schwäche des Anbieters und sollte vor der Eröffnung bewusst sein.

Die Kontoeröffnung ist dafür vorbildlich schnell: Identifikation per Video-Ident oder Ausweis-Scan, das Depot ist typischerweise innerhalb weniger Minuten einsatzbereit. Auch der Depotübertrag von anderen Banken lässt sich komplett digital anstoßen; die Bearbeitung dauert je nach abgebender Bank allerdings mehrere Wochen — das ist branchenüblich und nicht Trade Republic anzulasten.

Positiv im Alltag: Aktien lassen sich über Sparpläne in Bruchstücken kaufen, sodass auch teure US-Tech-Werte mit kleinen Beträgen besparbar sind, und Anleihen sind in kleiner Stückelung zugänglich. Für Einzelorders gilt trotzdem die Faustregel: mit Limit und möglichst innerhalb der Xetra-Zeiten handeln — so bleibt der Kostenvorteil der 1-€-Pauschale voll erhalten.

Ein- & Auszahlung

Geld kommt per SEPA- oder Echtzeitüberweisung auf das Verrechnungskonto; daneben werden Einzahlungen per Karte sowie Apple Pay und Google Pay angeboten (teils mit Gebühren, Stand der Redaktion). Auszahlungen gehen kostenlos auf das hinterlegte Referenzkonto und dauern in der Regel ein bis zwei Bankarbeitstage.

PayPal wird — wie bei fast allen deutschen Brokern — nicht unterstützt. Wer zwingend per PayPal einzahlen möchte, findet in unserem Überblick zum Aktienkauf mit PayPal die wenigen Alternativen, etwa eToro.

Sicherheit & Einlagenschutz

Trade Republic besitzt eine deutsche Vollbank-Lizenz und wird von der BaFin beaufsichtigt. Wichtig für die Einordnung: Aktien und ETFs im Depot sind Sondervermögen — sie gehören dir und nicht der Bank und wären auch bei einer Insolvenz des Brokers geschützt.

Guthaben auf dem Verrechnungskonto fällt unter die gesetzliche Einlagensicherung von 100.000 € pro Kunde. Die Abgeltungssteuer auf Gewinne und Dividenden führt Trade Republic als deutscher Broker automatisch ab — was das konkret bedeutet, erklärt unser Beitrag zu Aktien und Steuern.

Für wen geeignet? Unser Fazit

Trade Republic ist die Standardempfehlung für Einsteiger und Sparplan-Anleger: minimale Kosten, einfachste Bedienung, solide Regulierung als deutsche Vollbank. Die Schwächen — ein einziger Handelsplatz, schlanker Service, kaum Analysewerkzeuge — wiegen für Buy-and-Hold-Anleger kaum, für aktive Trader dagegen deutlich.

Wer Börsenplatz-Wahl oder Xetra-Zugang möchte, schaut sich Scalable Capital an; wer volle Banken-Infrastruktur bevorzugt, die ING. Und für die Grundsatzfrage, ob Einzelaktien oder ETFs die bessere Basis fürs Depot sind, hilft unser Vergleich ETF oder Aktien weiter.

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Häufige Fragen zu Trade Republic

Ist Trade Republic sicher?

Ja, nach allen üblichen Maßstäben: Trade Republic verfügt über eine deutsche Vollbank-Lizenz und wird von der BaFin sowie der EZB beaufsichtigt. Aktien und ETFs im Depot sind Sondervermögen — sie bleiben auch bei einer Insolvenz des Brokers dein Eigentum. Guthaben auf dem Verrechnungskonto ist über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € pro Kunde geschützt. Ein Risiko im Sinne eines Totalverlusts durch den Anbieter besteht damit praktisch nicht; das Kursrisiko der Wertpapiere selbst trägt natürlich weiterhin der Anleger.

Was kostet ein Trade bei Trade Republic?

Pro Kauf oder Verkauf fällt typischerweise eine Fremdkostenpauschale von 1 € an — unabhängig vom Ordervolumen (Stand der Redaktion). Die Depotführung ist kostenlos, Sparpläne auf Aktien und ETFs werden ohne Ausführungsgebühr abgewickelt. Zu beachten ist allerdings der Spread: Da nur über die LS Exchange gehandelt wird, können die Kauf- und Verkaufskurse außerhalb der Xetra-Handelszeiten etwas ungünstiger sein. Die tatsächlichen Handelskosten liegen dadurch je nach Uhrzeit und Wert leicht über der reinen 1-€-Pauschale.

Welchen Handelsplatz nutzt Trade Republic?

Trade Republic handelt ausschließlich außerbörslich über die LS Exchange von Lang & Schwarz, werktags typischerweise von 7:30 bis 23:00 Uhr. Eine Wahl zwischen mehreren Börsenplätzen gibt es nicht. Während der Xetra-Kernzeiten (9:00 bis 17:30 Uhr) orientieren sich die Kurse eng am Referenzmarkt; früh morgens, abends und bei wenig gehandelten Nebenwerten sollten Anleger auf den Spread achten und idealerweise mit Limit-Order arbeiten, um überraschende Ausführungskurse zu vermeiden.

Sind Sparpläne bei Trade Republic wirklich kostenlos?

Ja — Sparpläne auf Aktien und ETFs werden ohne Ausführungsgebühr ausgeführt, bereits ab 1 € Rate (Stand der Redaktion). Es fallen weder Ordergebühren noch die sonst übliche 1-€-Pauschale an. Indirekte Kosten bleiben trotzdem bestehen: der Spread am Handelsplatz sowie bei ETFs die laufenden Fondskosten (TER), die der ETF-Anbieter erhebt und die bei jedem Broker gleich anfallen. Für den langfristigen Vermögensaufbau gehört das Sparplan-Angebot damit zu den günstigsten am deutschen Markt.

Kann ich bei Trade Republic mit PayPal einzahlen?

Nein, PayPal wird als Einzahlungsweg nicht unterstützt. Geld gelangt per SEPA- oder Echtzeitüberweisung auf das Verrechnungskonto, außerdem bietet Trade Republic Einzahlungen per Karte, Apple Pay und Google Pay an — für einige dieser Wege können Gebühren anfallen (Stand der Redaktion). Wer unbedingt per PayPal Geld für den Aktienkauf einzahlen möchte, muss auf internationale Plattformen wie eToro ausweichen; die Unterschiede erklärt unser Beitrag zum Aktienkauf mit PayPal.

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