Scalable Capital: Depot im Test

Neobroker mit Abo-Modell: Wer viel handelt, zahlt mit der PRIME+-Flatrate keine Einzelorder-Gebühren mehr — plus Zinsen und Xetra-Zugang.

★ 4.5von 5 Punkten
0 €Depotführung
0,99 €Orderkosten

Zuletzt aktualisiert: 15. Juli 2026

Orderkosten0,99 € je Trade oder Flatrate-Abo
Depotführung0 €
SparpläneETF-Sparpläne kostenlos
Handelsplätzegettex, Xetra
BesonderheitTrading-Flatrate (PRIME+) für Vieltrader

Scalable Capital ist neben Trade Republic der zweite große deutsche Neobroker — verfolgt aber ein anderes Preismodell: Statt einer Einheitspauschale gibt es ein Baukastensystem aus kostenlosem Basis-Depot und optionalem Abo. Das macht den Anbieter besonders für aktive Anleger interessant, die ihre Handelskosten planbar deckeln wollen.

Im Free Broker kostet die Order typischerweise 0,99 €, im PRIME+-Abo (monatlicher Fixbetrag) sind Trades ab 250 € Ordervolumen gebührenfrei — dazu kommen höhere Guthabenzinsen und Zusatzfunktionen. Gestartet ist das Unternehmen als digitale Vermögensverwaltung; der Broker ist heute das Kerngeschäft, inzwischen mit eigener Banklizenz.

Wer noch am Anfang steht, findet in unserer Anleitung zum Aktienkauf den kompletten Ablauf von der Depoteröffnung bis zur ersten Order.

Kosten im Detail

Die Depotführung ist in allen Varianten kostenlos. Im Free-Modell fallen typischerweise 0,99 € je Order über gettex an; ETF-Sparpläne laufen gratis. Das PRIME+-Abo kostet einen festen Monatsbeitrag (bei jährlicher Zahlung günstiger, Stand der Redaktion) und stellt dafür Orders ab 250 € Volumen gebührenfrei — darunter bleibt die kleine Ordergebühr bestehen.

Die Rechnung ist einfach: Wer nur ein bis zwei Orders im Monat platziert, fährt mit dem Free Broker günstiger. Ab etwa vier bis fünf Trades monatlich beginnt sich die Flatrate zu rechnen. Auf Guthaben zahlt Scalable Zinsen, deren Höhe sich typischerweise am Marktzins orientiert und im Abo höher ausfällt.

Ein Rechenbeispiel: Bei acht Orders im Monat fallen im Free Broker typischerweise rund 8 € Gebühren an — die Flatrate kostet in ähnlicher Größenordnung, deckt aber beliebig viele weitere Trades ab und bringt den höheren Guthabenzins mit. Wer nur einen Sparplan bespart und quartalsweise eine Einzelorder platziert, kommt im Free-Modell dagegen auf wenige Euro im Jahr.

Versteckte Depot- oder Inaktivitätsgebühren gibt es in keiner Variante, und das Abo lässt sich flexibel wechseln oder kündigen (Stand der Redaktion). Kostenseitig relevant bleiben die Spreads auf gettex — während der Xetra-Kernzeiten eng, in Randzeiten weiter — sowie das Handelsplatzentgelt beim optionalen Xetra-Handel.

Handelsplätze & Produktangebot

Standard-Handelsplatz ist gettex (Börse München) mit langen Handelszeiten von typischerweise 8 bis 22 Uhr. Gegen einen Aufpreis steht zusätzlich Xetra zur Verfügung — der Referenzmarkt mit der höchsten Liquidität für deutsche Werte. Diese Wahlmöglichkeit hebt Scalable von reinen Ein-Platz-Neobrokern ab.

Das Universum umfasst mehrere tausend Aktien, rund 2.500 ETFs (nahezu alle sparplanfähig), dazu Fonds, Derivate und Krypto-Produkte. Ein US-Direkthandel fehlt allerdings auch hier: US-Aktien werden über deutsche Handelsplätze in Euro gehandelt, was außerhalb der US-Handelszeiten weitere Spreads bedeuten kann.

Zum Angebot gehören außerdem Neuemissionen, Bruchstückhandel über Sparpläne und Krypto-Abbildung über börsengehandelte Produkte (ETPs), die sich wie normale Wertpapiere handeln und verwahren lassen. Derivate mehrerer namhafter Emittenten runden das Sortiment ab und sind im Abo teils zu Sonderkonditionen handelbar.

Für die Praxis gilt wie bei jedem außerbörslichen Handel: Limit setzen und möglichst während der Xetra-Kernzeiten von 9:00 bis 17:30 Uhr ordern — dann liegen die Kurse auf gettex eng am Referenzmarkt und der Kostenvorteil bleibt real erhalten.

App & Plattform im Alltag

App und Web-Oberfläche gehören zu den ausgereiftesten im Neobroker-Segment: saubere Suche, Preisalarme, Watchlists, ordentliche Charts und ein aufgeräumtes Portfolio-Cockpit. Limit-, Stop- und Stop-Limit-Orders sind verfügbar — die Unterschiede erklärt unser Überblick zu den Ordertypen.

Für Vielnutzer gibt es Insights-Funktionen zur Portfolio-Analyse. Tiefe Profi-Tools wie komplexe Chartindikatoren oder Level-2-Daten fehlen; der Support läuft wie bei allen Neobrokern primär digital, mit den bekannten Wartezeiten bei komplexeren Anliegen.

Die Depoteröffnung läuft komplett digital per Video- oder Bank-Ident und ist typischerweise in wenigen Minuten abgeschlossen. Der Depotübertrag zu Scalable ist kostenlos und wird online angestoßen; eingehende Überträge dauern je nach abgebender Bank einige Wochen. Wer zusätzlich die digitale Vermögensverwaltung des Hauses nutzt, verwaltet Broker und Robo-Advisor in derselben App.

Nützlich für Fortgeschrittene sind Preisalarme, Dividenden-Übersichten und die Insights-Auswertungen zur Portfoliostruktur. Wer dagegen dauerhafte Realtime-Kurstiefe, Level-2-Daten oder professionelle Charttechnik erwartet, wird nicht fündig — dafür ist die Plattform nicht gebaut, und das sollte man vor der Eröffnung wissen.

Ein- & Auszahlung

Einzahlungen laufen per SEPA-Überweisung oder Lastschrift vom Referenzkonto; Auszahlungen sind kostenlos und dauern typischerweise ein bis zwei Bankarbeitstage. PayPal, Kreditkarte oder andere Wallets werden nicht unterstützt — wer solche Wege sucht, findet sie fast nur bei internationalen Anbietern, wie unser Beitrag zum Aktienkauf mit PayPal zeigt.

Praktisch im Alltag: Sparplan-Abbuchungen laufen automatisch per Lastschrift, sodass das Verrechnungskonto nicht manuell bestückt werden muss.

Sicherheit & Einlagenschutz

Scalable Capital wird von der BaFin beaufsichtigt und verfügt inzwischen über eine eigene Banklizenz. Wertpapiere sind Sondervermögen und damit auch im Insolvenzfall des Brokers geschützt; Guthaben auf dem Verrechnungskonto unterliegt der gesetzlichen Einlagensicherung bis 100.000 € pro Kunde.

Als deutscher Anbieter führt Scalable die Abgeltungssteuer automatisch ab und stellt eine Jahressteuerbescheinigung aus — mehr dazu im Beitrag Aktien und Steuern.

Für wen geeignet? Unser Fazit

Scalable Capital ist die erste Wahl für aktive Anleger, die mit der Flatrate ihre Orderkosten deckeln, und für ETF-Sparer, die im Free-Modell praktisch kostenlos Vermögen aufbauen. Der optionale Xetra-Zugang ist ein echtes Qualitätsargument gegenüber der Neobroker-Konkurrenz.

Weniger geeignet ist das Abo für Gelegenheitsanleger — wer selten handelt, zahlt drauf und bleibt besser im Free Broker oder bei Trade Republic. Für die grundsätzliche Depotstrategie lohnt ein Blick auf unseren Vergleich ETF oder Aktien.

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Häufige Fragen zu Scalable Capital

Was kostet ein Trade bei Scalable Capital?

Im kostenlosen Free Broker fällt typischerweise eine Ordergebühr von 0,99 € je Trade über gettex an. Im PRIME+-Abo (fester Monatsbeitrag, Stand der Redaktion) sind Orders ab 250 € Volumen gebührenfrei; kleinere Orders kosten weiterhin die reguläre Gebühr. Der Handel über Xetra ist gegen einen Aufpreis plus Handelsplatzentgelt möglich. Dazu kommen wie überall die Spreads des Handelsplatzes — während der Xetra-Kernzeiten sind sie auf gettex meist eng, abends können sie weiter sein.

Ist Scalable Capital sicher?

Ja. Scalable Capital ist ein deutscher, BaFin-regulierter Anbieter mit eigener Banklizenz. Deine Aktien und ETFs sind Sondervermögen — sie gehören dir und wären selbst bei einer Insolvenz des Unternehmens nicht Teil der Insolvenzmasse. Guthaben auf dem Verrechnungskonto ist über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € pro Kunde abgesichert. Die Abgeltungssteuer wird automatisch abgeführt, sodass auch steuerlich keine Fallstricke entstehen. Das verbleibende Risiko ist das normale Marktrisiko deiner Wertpapiere.

Lohnt sich das PRIME+-Abo von Scalable Capital?

Das hängt von deiner Handelsfrequenz ab. Als Faustregel: Ab etwa vier bis fünf Orders pro Monat ist der feste Abo-Beitrag günstiger als die Einzelgebühren im Free Broker (Stand der Redaktion). Dazu kommen im Abo höhere Guthabenzinsen, die die Rechnung bei größeren Cash-Beständen zusätzlich verbessern. Wer dagegen nur einen Sparplan bespart und gelegentlich eine Einzelorder platziert, fährt mit dem kostenlosen Free Broker fast immer besser — das Abo lässt sich bei Bedarf später abschließen.

Kann ich bei Scalable Capital über Xetra handeln?

Ja — und das ist eine Besonderheit unter den Neobrokern. Neben dem Standard-Handelsplatz gettex bietet Scalable Capital den Handel über Xetra an, den elektronischen Referenzmarkt der Deutschen Börse mit der höchsten Liquidität für deutsche Aktien und ETFs. Dafür fallen typischerweise eine erhöhte Ordergebühr plus Handelsplatzentgelt an (Stand der Redaktion). Für große Orders oder marktenge Titel kann sich der Aufpreis lohnen, weil engere Spreads die Mehrkosten oft ausgleichen.

Sind ETF-Sparpläne bei Scalable Capital kostenlos?

Ja, ETF-Sparpläne werden ohne Ausführungsgebühr ausgeführt — im Free Broker genauso wie im Abo, typischerweise ab 1 € Sparrate (Stand der Redaktion). Das Sparplan-Universum umfasst rund 2.500 ETFs und deckt alle gängigen Anbieter ab. Kosten entstehen nur indirekt über den Spread bei der Ausführung und die laufenden Fondskosten (TER) des jeweiligen ETFs, die unabhängig vom Broker anfallen. Damit gehört Scalable zu den günstigsten Adressen für den langfristigen ETF-Vermögensaufbau.

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