flatex: Depot im Test
Der Flatrate-Klassiker: 5,90 € je Order, egal wie groß — attraktiv für große Einzelorders, weniger für kleine.
Zuletzt aktualisiert: 15. Juli 2026
| Orderkosten | 5,90 € Flat je Trade |
|---|---|
| Depotführung | 0 € |
| Sparpläne | ETF-Sparpläne ab 25 € |
| Handelsplätze | Alle dt. Börsen, Auslandsbörsen |
| Besonderheit | Flatrate-Preis unabhängig vom Volumen |
flatex war mit seinem Flatrate-Modell seiner Zeit voraus: ein Festpreis pro Order, unabhängig vom Volumen — typischerweise 5,90 € zuzüglich Handelsplatzentgelten. Bei einer 20.000-€-Order ist das unter den Banken konkurrenzlos günstig, bei einer 500-€-Order teurer als jeder Neobroker. Das Modell belohnt große Einzelorders und bestraft Kleinvieh.
Hinter flatex steht die börsennotierte flatexDEGIRO AG, einer der größten Online-Broker Europas. Für deutsche Anleger relevant: Der Zugang zu vielen Auslandsbörsen gehört zu den besten im Vergleich — wer direkt an der NYSE, in Toronto oder Wien handeln will, findet hier die Infrastruktur dafür.
Grundlagen für die erste Order — vom Depotantrag bis zur Ausführung — liefert unsere Anleitung zum Aktienkauf.
Kosten im Detail
Der Festpreis von typischerweise 5,90 € je Order gilt für deutsche Börsenplätze; dazu kommen börsenplatzabhängige Fremdkosten (bei Xetra etwa Handelsentgelte). Auslandsorders kosten mehr, bleiben aber im Vergleich zu klassischen Banken moderat. Die Depotführung ist kostenlos.
ETF-Sparpläne starten typischerweise ab 25 € Rate; eine Auswahl an Aktions-ETFs läuft gebührenfrei, sonstige Ausführungen kosten eine kleine Gebühr (Stand der Redaktion). Wichtig für die Historie: flatex hat zeitweise eine Depotgebühr und Negativzinsen eingeführt und später wieder abgeschafft — solche Preisänderungen haben Vertrauen gekostet. Aktuelle Konditionen deshalb vor Eröffnung genau prüfen.
Die Beispielrechnung zeigt die Logik des Festpreises: Bei einer 500-€-Order entsprechen 5,90 € stolzen 1,2 % Kaufkosten, bei 5.000 € nur noch 0,12 %, bei 20.000 € vernachlässigbaren 0,03 %. Die Gebühr wird also mit jedem Euro Ordervolumen relativ günstiger — genau umgekehrt zur Prozentlogik vieler Banken. Für Anleger mit klassischer Banken-Historie ist das oft der erste spürbare Kostenhebel.
Dazu kommen die Fremdkosten des Börsenplatzes: Im außerbörslichen Direkthandel entfallen sie meist, bei Xetra-Orders schlagen Handelsentgelte zu Buche. Wer die Gesamtkosten minimieren will, vergleicht vor jeder Order beide Wege — die Ordermaske zeigt die Posten transparent an. Depot- oder Negativzins-Gebühren fallen derzeit nicht an; angesichts der Historie lohnt aber der regelmäßige Blick ins Preisverzeichnis (Stand der Redaktion).
Handelsplätze & Produktangebot
flatex bietet alle deutschen Börsen inklusive Xetra, den außerbörslichen Direkthandel mit namhaften Partnern und eine breite Palette internationaler Börsenplätze. Das Produktuniversum reicht von Aktien und ETFs über Fonds und Anleihen bis zu einem großen Derivate-Angebot mit Premium-Partnern, deren Produkte teils zu Sonderkonditionen handelbar sind.
Für Anleger mit internationalem Fokus ist diese Breite das stärkste Argument: Kanadische Rohstoffwerte oder österreichische Nebenwerte direkt an der Heimatbörse zu handeln, ist bei Neobrokern schlicht nicht möglich.
Sparpläne laufen typischerweise ab 25 € Rate auf ETFs und Fonds; eine wechselnde Auswahl an Aktions-Produkten ist gebührenfrei besparbar, reguläre Ausführungen kosten eine kleine Gebühr (Stand der Redaktion). Aktien-Sparpläne und Bruchstückhandel sind dagegen nicht die Stärke des Hauses — wer monatlich kleine Beträge investieren will, findet bei finanzen.net zero die flexibleren Sparplan-Konditionen.
Stark ist flatex wiederum bei Anleihen, Fonds mit rabattierten Ausgabeaufschlägen und dem Derivate-Segment: Mit mehreren Premium-Emittenten lassen sich Optionsscheine und Zertifikate zu Sonderkonditionen handeln — ein Angebot, das aktive Derivate-Händler gezielt nutzen. Auch der Fondshandel direkt über die Kapitalverwaltungsgesellschaften ist möglich, teils ganz ohne Ausgabeaufschlag.
App & Plattform im Alltag
Die WebFiliale und die flatex-App sind zweckmäßig: Alle wichtigen Funktionen sind vorhanden, das Design ist jedoch nüchtern und die Bedienung stellenweise umständlicher als bei der Konkurrenz. Alle gängigen Ordertypen inklusive Trailing-Stop werden unterstützt.
Für aktive Trader gibt es mit dem flatex trader eine kostenpflichtige Profi-Software mit Realtime-Kursen und Charting. Der Kundenservice ist per Telefon erreichbar, schneidet in Nutzerbewertungen aber durchwachsen ab — bei Standardvorgängen unproblematisch, bei Sonderfällen mitunter zäh.
Die Depoteröffnung läuft digital mit Video-Ident; Depotüberträge zu flatex sind kostenlos und werden regelmäßig mit Wechselprämien beworben. Die WebFiliale bündelt Depot, Cashkonto und Dokumente an einem Ort — funktional vollständig, optisch aber spürbar hinter den Neobroker-Apps. Die App deckt Orderaufgabe, Sparpläne und Postbox vollständig ab.
Wer viel handelt, sollte einen Blick auf die zubuchbaren Realtime-Kurspakete und den kostenpflichtigen flatex trader werfen; für Buy-and-Hold-Anleger genügt die Standardausstattung. Preisalarme, Watchlists und die gängigen Orderzusätze sind ohne Aufpreis enthalten. Der telefonische Support ist werktags erreichbar, Antwortzeiten auf schriftliche Anfragen schwanken je nach Aufkommen deutlich.
Ein- & Auszahlung
Das Verrechnungskonto (Cashkonto) wird per Überweisung bestückt; Auszahlungen aufs Referenzkonto sind kostenlos, dauern aber teils einen Tag länger als bei Direktbanken. PayPal oder Kartenzahlungen gibt es nicht — die Alternativen dazu sammelt der Überblick zum Aktienkauf mit PayPal.
Guthaben auf dem Cashkonto wird typischerweise nicht oder nur gering verzinst — größere Cash-Bestände parkt man besser auf einem Tagesgeldkonto.
Sicherheit & Einlagenschutz
Depot und Konten führt die flatexDEGIRO Bank AG, eine deutsche Vollbank unter BaFin-Aufsicht. Wertpapiere sind Sondervermögen und im Insolvenzfall geschützt; Einlagen fallen unter die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € pro Kunde.
Die Abgeltungssteuer wird automatisch abgeführt — inklusive Verlustverrechnung und Jahressteuerbescheinigung; die Details erklärt unser Beitrag Aktien und Steuern.
Für wen geeignet? Unser Fazit
flatex lohnt sich für Anleger mit großen Einzelorders und internationalem Anspruch: Wer regelmäßig fünfstellige Beträge bewegt oder an Auslandsbörsen direkt handeln will, bekommt hier ein faires Festpreismodell mit großer Reichweite. Auch das Derivate-Angebot mit Premium-Partnern kann für erfahrene Anleger attraktiv sein.
Kleine Orders und Mini-Sparraten sind dagegen woanders günstiger — hier führen Trade Republic, Scalable Capital oder justTRADE die Kostentabelle an. Und wer sich zwischen Einmalanlage und Sparplan nicht entscheiden kann, findet im Vergleich ETF oder Aktien die passende Einordnung.
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Häufige Fragen zu flatex
Was kostet ein Trade bei flatex?
flatex berechnet typischerweise einen Festpreis von 5,90 € je Order an deutschen Handelsplätzen — unabhängig vom Ordervolumen — plus börsenplatzabhängige Fremdkosten wie Handelsentgelte (Stand der Redaktion). Genau darin liegt die Logik des Modells: Eine 20.000-€-Order kostet genauso viel wie eine 1.000-€-Order. Für große Einzelorders ist flatex damit einer der günstigsten Anbieter unter den Vollsortimentern, für kleine Orders unter etwa 1.000 € sind Neobroker mit ihren 0-bis-1-€-Pauschalen deutlich billiger.
Ist flatex sicher?
Ja. Depots und Verrechnungskonten führt die flatexDEGIRO Bank AG, eine deutsche Vollbank unter Aufsicht der BaFin. Wertpapiere sind Sondervermögen und damit auch bei einer Insolvenz des Instituts geschützt; Guthaben auf dem Cashkonto unterliegt der gesetzlichen Einlagensicherung bis 100.000 € pro Kunde. Die Muttergesellschaft flatexDEGIRO AG ist börsennotiert und einer der größten Online-Broker Europas. Die Abgeltungssteuer wird als deutscher Broker automatisch einbehalten und abgeführt.
Hat flatex eine Depotgebühr?
Aktuell ist die Depotführung bei flatex typischerweise kostenlos (Stand der Redaktion). Zur ehrlichen Einordnung gehört aber die Historie: flatex hatte zeitweise eine volumenabhängige Depotgebühr von 0,1 % pro Jahr sowie Negativzinsen auf Guthaben eingeführt und beides später wieder abgeschafft. Solche Preisänderungen sind grundsätzlich jederzeit wieder möglich — wie bei jedem Broker. Wer eröffnet, sollte das aktuelle Preis- und Leistungsverzeichnis prüfen und Preisanpassungs-Mitteilungen im Postfach ernst nehmen.
Welche Auslandsbörsen bietet flatex an?
flatex gehört bei der internationalen Abdeckung zu den besten deutschen Anbietern: Neben allen deutschen Börsen sind zahlreiche Auslandsplätze direkt handelbar, darunter typischerweise die US-Börsen NYSE und Nasdaq, Toronto, Wien, Zürich, Amsterdam, Paris und weitere europäische Märkte (Stand der Redaktion). Auslandsorders kosten mehr als der Inlands-Festpreis, bleiben aber moderat. Für Anleger, die Nebenwerte an ihrer liquiden Heimatbörse statt über deutsche Market Maker handeln wollen, ist das ein echtes Alleinstellungsmerkmal gegenüber Neobrokern.
Für wen lohnt sich flatex?
flatex lohnt sich vor allem für zwei Gruppen: Anleger mit großen Einzelorders, die vom volumenunabhängigen Festpreis profitieren — je größer die Order, desto besser die Rechnung —, und international orientierte Anleger, die direkten Zugang zu vielen Auslandsbörsen brauchen. Auch aktive Derivate-Händler finden mit den Premium-Partnern attraktive Konditionen. Weniger geeignet ist flatex für Kleinanleger, Sparplan-Einsteiger mit Mini-Raten und alle, die eine moderne, intuitive App erwarten — in diesen Punkten ist die Neobroker-Konkurrenz vorn.