justTRADE: Depot im Test
Komplett provisionsfreier Handel ab 500 € Ordervolumen — finanziert über Spreads — plus Kryptohandel im selben Depot.
Zuletzt aktualisiert: 15. Juli 2026
| Orderkosten | 0 € Orderprovision (ab 500 €) |
|---|---|
| Depotführung | 0 € |
| Sparpläne | ETF-Sparpläne kostenlos |
| Handelsplätze | LS Exchange, Quotrix, Tradegate |
| Besonderheit | Krypto im selben Depot |
justTRADE geht beim Preis den radikalsten Weg im Vergleich: 0 € Orderprovision — keine Pauschale, keine Fremdkosten, kein Sternchen bei der Ordergebühr. Verdient wird stattdessen an den Handelsspannen der angebundenen Handelsplätze und an Rückvergütungen. Bedingung: ein Mindestordervolumen von typischerweise 500 €.
Die zweite Besonderheit ist der Kryptohandel im selben Depot: Bitcoin, Ethereum und weitere Coins lassen sich neben Aktien und ETFs handeln, ohne separaten Anbieter und ohne eigene Wallet-Verwaltung. Das macht justTRADE zu einem der wenigen echten Kombi-Depots am deutschen Markt.
Wie eine Order grundsätzlich funktioniert und warum Limits gerade im außerbörslichen Handel sinnvoll sind, zeigt unsere Anleitung zum Aktienkauf.
Kosten im Detail
Depotführung 0 €, Orderprovision 0 € — bei einem Mindestordervolumen von typischerweise 500 € je Trade (Stand der Redaktion). ETF- und Aktien-Sparpläne laufen ebenfalls gebührenfrei, mit niedrigeren Mindestraten. Beim Kryptohandel verdient der Broker am Spread zwischen An- und Verkaufskurs.
Die ehrliche Rechnung: „0 €" heißt nicht kostenlos. Die Kosten stecken im Spread — der Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs am Handelsplatz. Bei liquiden Standardwerten während der Xetra-Zeiten fällt das kaum ins Gewicht; bei marktengen Nebenwerten oder in Randzeiten kann der Spread die gesparte Provision mehr als auffressen. Ein Kursvergleich mit dem Referenzmarkt vor der Order gehört hier zur Routine.
Zur Größenordnung: Bei liquiden DAX-Werten liegt der Spread während der Kernzeiten oft nur bei wenigen Hundertstel Prozent — die Ersparnis gegenüber einer klassischen 10-€-Order ist dann real. Bei einem Nebenwert mit 1 % Spread zahlt man auf eine 1.000-€-Order dagegen effektiv 10 € beim Kauf mit — unsichtbar, aber wirksam. Genau deshalb sind Limit-Orders hier keine Kür, sondern Pflichtprogramm.
Sparpläne auf ETFs und Aktien laufen gebührenfrei ab niedriger Mindestrate und umgehen das 500-€-Mindestordervolumen (Stand der Redaktion). Für regelmäßiges Investieren kleiner Beträge ist das der vorgesehene Weg; Einzelorders bleiben den größeren Positionen vorbehalten. Auch die Krypto-Sparplan-Funktion nutzt diesen Weg.
Handelsplätze & Produktangebot
Gehandelt wird außerbörslich über drei Partner: LS Exchange, Quotrix und Tradegate — immerhin drei Preisquellen, was etwas Wettbewerb schafft und justTRADE von Ein-Platz-Brokern abhebt. Xetra oder Parkettbörsen fehlen dagegen komplett, ebenso der Direkthandel an Auslandsbörsen.
Das Universum umfasst mehrere tausend Aktien, rund 1.500 ETFs, dazu Derivate mehrerer Emittenten und gut zwei Dutzend Kryptowerte. Anleihen und klassische Fonds fehlen weitgehend — das Sortiment ist auf den Kern des selbstbestimmten Handels zugeschnitten.
Bei den Derivaten arbeitet justTRADE mit mehreren namhaften Emittenten zusammen, deren Produkte ohne Orderprovision handelbar sind — für Zertifikate- und Optionsschein-Händler ein relevantes Argument. Die Krypto-Palette deckt die wichtigsten Coins ab und wird schrittweise erweitert (Stand der Redaktion).
Was fehlt, sollte man vor der Eröffnung ehrlich prüfen: kein Xetra, keine Auslandsbörsen, kaum Anleihen, keine klassischen Fonds. Wer eines dieser Elemente braucht, kombiniert justTRADE als günstiges Zweitdepot mit einem Vollsortimenter wie der comdirect — so nutzen es viele Anleger in der Praxis auch.
App & Plattform im Alltag
Web-Plattform und App sind schlank und zweckmäßig: Realtime-Kurse, Watchlists und die wichtigsten Ordertypen (Market, Limit, Stop) sind vorhanden, mehr aber auch nicht. Analyse-Tools, Screener oder Musterdepots sucht man vergeblich.
Auch der Service ist bewusst schlank gehalten — Kontakt läuft primär per E-Mail, telefonischer Support ist eingeschränkt. Das ist Teil des Geschäftsmodells: Wer 0 € Provision zahlt, bekommt keine Full-Service-Bank. Für erfahrene Selbstentscheider in Ordnung, für Einsteiger mit Beratungsbedarf ein echter Minuspunkt.
Die Depoteröffnung erfolgt digital per Video-Ident und ist schnell erledigt; Depotüberträge zu justTRADE sind möglich und kostenlos. Postbox, Steuerdokumente und Jahresbescheinigungen liegen in der Weboberfläche bereit, die steuerliche Abwicklung läuft automatisch über die Sutor Bank — die Basis-Infrastruktur stimmt also, auch wenn der Komfort-Anspruch niedriger ist als bei den großen Neobrokern.
Wer Wert auf telefonische Betreuung, Beratung oder eine große Wissensdatenbank legt, wird hier nicht glücklich — das Angebot richtet sich erkennbar an Anleger, die wissen, was sie tun, und nur eine günstige Ausführung suchen. Dafür gibt es die Ausführungsqualität dreier konkurrierender Handelsplätze: ein fairer Tausch für Selbstentscheider.
Ein- & Auszahlung
Einzahlungen laufen per Überweisung auf das Verrechnungskonto bei der Hamburger Sutor Bank, die im Hintergrund Konto- und Depotführung übernimmt. Auszahlungen aufs Referenzkonto sind kostenlos. PayPal, Karten oder Wallets werden nicht unterstützt — die Optionen dafür beschreibt unser Beitrag zum Aktienkauf mit PayPal.
Guthaben auf dem Verrechnungskonto wird typischerweise nicht attraktiv verzinst — Cash-Reserven gehören auch hier besser aufs Tagesgeldkonto.
Sicherheit & Einlagenschutz
justTRADE ist ein deutscher Anbieter; Depot und Verrechnungskonto liegen bei der BaFin-beaufsichtigten Sutor Bank. Wertpapiere sind Sondervermögen und im Insolvenzfall geschützt, Einlagen unterliegen der gesetzlichen Einlagensicherung bis 100.000 € pro Kunde. Kryptobestände werden über einen regulierten Verwahrer gehalten, sind aber kein Sondervermögen im klassischen Sinne — ein Restrisiko, das man kennen sollte.
Die Abgeltungssteuer auf Wertpapiergewinne wird automatisch abgeführt; bei Kryptogewinnen gelten andere Regeln (private Veräußerungsgeschäfte), wie unser Beitrag Aktien und Steuern einordnet.
Für wen geeignet? Unser Fazit
justTRADE passt zu kostenbewussten Selbstentscheidern, die liquide Standardwerte in Ordergrößen ab 500 € handeln und dabei wirklich null Provision zahlen wollen — und zu Anlegern, die Aktien und Krypto bewusst in einem Depot bündeln. Die drei Handelsplätze schaffen mehr Preiswettbewerb als bei manchem Konkurrenten.
Wer Xetra-Zugang, kleine Ordergrößen, Anleihen oder erreichbaren Telefonservice braucht, ist bei Scalable Capital oder der ING besser aufgehoben. Und wer unter 500 € pro Order investieren will, landet fast automatisch bei Trade Republic oder einem Sparplan.
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Häufige Fragen zu justTRADE
Ist justTRADE wirklich kostenlos?
Die Orderprovision beträgt tatsächlich 0 € — ohne Pauschale und ohne Fremdkostenaufschlag, ab typischerweise 500 € Mindestordervolumen (Stand der Redaktion). Kostenlos ist der Handel deshalb aber nicht: justTRADE finanziert sich über die Handelsspannen (Spreads) der Handelsplätze und Rückvergütungen der Partner. Bei liquiden Standardwerten während der Börsen-Kernzeiten ist der Spread meist gering; bei marktengen Titeln oder in Randzeiten kann er die gesparte Provision übersteigen. Ein Limit und ein Kursvergleich vor der Order sind daher Pflicht.
Ist justTRADE sicher?
Ja, im Rahmen der üblichen deutschen Standards: Depot und Verrechnungskonto werden bei der Hamburger Sutor Bank geführt, die von der BaFin beaufsichtigt wird. Wertpapiere sind Sondervermögen und bleiben auch bei einer Insolvenz von Broker oder Bank Eigentum des Kunden; Guthaben ist über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € pro Kunde geschützt. Die Abgeltungssteuer wird automatisch abgeführt. Nur bei Kryptobeständen gilt: Sie werden zwar reguliert verwahrt, sind aber kein klassisches Sondervermögen.
Warum gilt bei justTRADE ein Mindestordervolumen von 500 €?
Das Mindestordervolumen von typischerweise 500 € (Stand der Redaktion) ist Teil des Geschäftsmodells: Da justTRADE keine Orderprovision erhebt und an Spreads und Rückvergütungen verdient, wären Kleinstorders für den Broker unwirtschaftlich. Für Anleger bedeutet das: Einzelkäufe unter 500 € sind nicht möglich — wer kleinere Beträge investieren will, nutzt die Sparplan-Funktion, bei der deutlich niedrigere Mindestraten gelten, oder weicht auf Broker wie Trade Republic aus, die Orders ab 1 € zulassen.
Kann ich bei justTRADE Kryptowährungen handeln?
Ja — das ist eines der Alleinstellungsmerkmale: Bitcoin, Ethereum und gut zwei Dutzend weitere Kryptowerte lassen sich im selben Depot wie Aktien und ETFs handeln, ohne separate Börse, App oder Wallet-Verwaltung. Die Verwahrung übernimmt ein regulierter Kryptoverwahrer. Kosten entstehen über den Spread zwischen An- und Verkaufskurs. Steuerlich gelten für Krypto andere Regeln als für Wertpapiere: Gewinne zählen als private Veräußerungsgeschäfte und sind nach einem Jahr Haltefrist typischerweise steuerfrei — die Deklaration liegt beim Anleger.
Welche Handelsplätze bietet justTRADE?
justTRADE bindet drei außerbörsliche Handelsplätze an: die LS Exchange (Lang & Schwarz), Quotrix (Börse Düsseldorf) und Tradegate. Anleger können je Order den Platz mit dem besten Kurs wählen — das schafft mehr Preiswettbewerb als bei Neobrokern mit nur einer Preisquelle. Gehandelt wird zu langen Handelszeiten, typischerweise von morgens bis 22 oder 23 Uhr. Was fehlt: Xetra, Parkettbörsen und ausländische Handelsplätze. Für liquide Standardwerte reicht das Setup, für Spezialfälle nicht.